
Nicht jeder Umzug passt in einen Tag. Wenn die alte Wohnung am Monatsende zurückgegeben werden muss, die neue aber erst zwei Wochen später frei wird, oder wenn die neue Wohnung kleiner ist als die alte, brauchen Möbel und Kartons einen Zwischenplatz. Dafür gibt es zwei Wege: Selfstorage mit eigenem Zugang oder das Möbellager einer Spedition. Dieser Ratgeber vergleicht Kosten, Verträge und Versicherung und zeigt, wann welche Lösung passt.
Selfstorage und Möbellager im Vergleich
| Selfstorage | Möbellager der Spedition | |
|---|---|---|
| Zugang | Selbst, meist täglich mit Code oder Schlüssel | Nur nach Anmeldung, oft gegen Gebühr |
| Transport | Sie bringen und holen selbst oder beauftragen | Die Umzugsfirma lagert direkt vom Wagen ein |
| Preis | 20 bis 40 Euro je Quadratmeter und Monat in Großstädten, weniger auf dem Land | 15 bis 30 Euro je Kubikmeter und Monat, oft in Containern zu 8 bis 10 Kubikmetern |
| Vertrag | Monatlich kündbar, kurze Mindestlaufzeit | Teil des Umzugsvertrags oder eigener Lagervertrag |
| Versicherung | Meist Pflicht, gegen Aufpreis oder über die eigene Hausratversicherung | Lagerhaftung nach HGB, zusätzlich versicherbar |
| Geeignet für | Längere Lagerung mit Zugriffsbedarf, Teilbestände | Kurze Zwischenlagerung des ganzen Haushalts zwischen zwei Umzügen |
Wie viel Platz brauchen Sie?
Selfstorage wird nach Fläche vermietet, Möbellager nach Volumen. Als Umrechnung gilt: Eine Lagerbox mit 2,5 Metern Deckenhöhe fasst je Quadratmeter etwa 2 bis 2,5 Kubikmeter, wenn Sie bis oben stapeln. Für die Planung reichen Richtwerte:
- Kartons und Kleinmöbel eines Zimmers: 2 bis 3 Quadratmeter
- Ein-Zimmer-Wohnung komplett: 5 bis 7 Quadratmeter oder 12 bis 18 Kubikmeter
- Zwei-Zimmer-Wohnung: 8 bis 12 Quadratmeter oder 20 bis 30 Kubikmeter
- Drei-Zimmer-Wohnung: 12 bis 18 Quadratmeter oder 30 bis 40 Kubikmeter
Wer Möbel zerlegt, Kartons gleich groß wählt und Matratzen hochkant stellt, kommt mit einer Größenklasse kleiner aus. Viele Anbieter tauschen die Box in den ersten Tagen kostenlos, wenn sie zu groß oder zu klein ist; fragen Sie danach.
Was Selfstorage 2026 kostet
Die Preise hängen stark von Lage und Ausstattung ab. In München, Hamburg und Frankfurt zahlen Sie für eine 10-Quadratmeter-Box in einem beheizten Gebäude mit Videoüberwachung 250 bis 400 Euro im Monat, in Mittelstädten 150 bis 250 Euro, in Randlagen oder Außencontainern ab 100 Euro. Kleine Boxen mit 1 bis 3 Quadratmetern beginnen bei 30 bis 80 Euro im Monat. Viele Anbieter locken mit rabattierten ersten Monaten; der reguläre Preis danach ist die Vergleichsgröße. Zusätzlich fallen an: Versicherung (5 bis 20 Euro im Monat je nach Deckungssumme), ein eigenes Vorhängeschloss und gegebenenfalls Kaution.
Was das Möbellager der Spedition kostet
Umzugsfirmen lagern Umzugsgut in Holzcontainern oder Boxen mit 8 bis 10 Kubikmetern, die im Wagen gepackt und mit dem Kran ins Lager gehoben werden. Je Container fallen 80 bis 200 Euro im Monat an, dazu Ein- und Auslagerungspauschalen von 50 bis 150 Euro je Container. Ein Zwei-Zimmer-Haushalt mit drei Containern kostet für zwei Wochen Zwischenlagerung damit 400 bis 800 Euro zusätzlich zum Umzug. Der Vorteil: Das Umzugsgut wird nur einmal berührt, Sie sparen einen kompletten Be- und Entladevorgang. Für Zwischenlagerungen unter einem Monat ist das Möbellager fast immer die wirtschaftlichere und bequemere Lösung.
Vertrag: Worauf Sie achten sollten
- Laufzeit und Kündigung: Selfstorage ist meist mit zwei bis vier Wochen Frist kündbar, manchmal mit Mindestlaufzeit von einem Monat. Prüfen Sie, ob angebrochene Monate anteilig berechnet werden.
- Preisanpassung: Manche Verträge erlauben Erhöhungen nach wenigen Monaten. Für längere Lagerung ist eine Preisgarantie wertvoll.
- Zugang: Öffnungszeiten, Zufahrt für Transporter, Aufzug, Rollwagen vor Ort.
- Verbotene Gegenstände: Lebensmittel, Gefahrgut, Tiere, Pflanzen und meist auch Reifen sind ausgeschlossen. Ein Verstoß kann zur Kündigung führen.
- Pfandrecht: Bei Zahlungsverzug dürfen Anbieter das Lagergut nach Ankündigung verwerten. Zahlen Sie per Lastschrift, um Fristen nicht zu verpassen.
- Übergabeprotokoll: Beim Möbellager sollte eine Inventarliste mit Zustandsangaben Teil des Vertrags sein.
Versicherung des Lagerguts
Selfstorage-Anbieter haften nicht für Ihr Eigentum; die Box ist wie eine gemietete Garage. Deshalb schreiben die meisten eine Versicherung vor. Prüfen Sie zuerst Ihre Hausratversicherung: Viele Tarife decken Hausrat in einer angemieteten Lagerbox als Außenversicherung mit, allerdings oft nur zeitlich begrenzt (drei bis sechs Monate) und mit einer Höchstsumme von 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme. Reicht das nicht, bietet der Lageranbieter eine Police an, meist gestaffelt nach Warenwert. Beim Möbellager der Spedition gilt die Haftung des Lagerhalters nach Handelsgesetzbuch, die ähnlich wie beim Umzug begrenzt ist; für hochwertige Möbel lohnt eine Zusatzversicherung zum Neuwert.
Richtig einlagern
- Möbel zerlegen, Schrauben am Möbelstück befestigen, Kanten mit Decken schützen.
- Polstermöbel und Matratzen nicht in Plastikfolie einschweißen; sie brauchen Luft, sonst schimmeln sie. Atmungsaktive Hüllen oder Baumwolldecken verwenden.
- Kühlschrank und Waschmaschine trocken und mit geöffneter Tür lagern.
- Schwere Kartons unten, empfindliche oben, Gänge freilassen, wenn Sie Zugriff brauchen.
- Inventarliste mit Foto jedes Kartons anlegen; sie hilft bei der Versicherung und beim Suchen.
- Für Holz, Bücher und Elektronik beheizte Lagerräume wählen; Außencontainer eignen sich für Gartenmöbel und robuste Gegenstände.
Häufige Fragen
Was kostet Einlagerung pro Quadratmeter?
Selfstorage kostet 2026 je nach Lage 15 bis 40 Euro je Quadratmeter und Monat; in Ballungsräumen liegen die Preise am oberen Ende. Möbellager rechnen nach Kubikmetern oder Containern, meist 15 bis 30 Euro je Kubikmeter und Monat.
Zahlt die Hausratversicherung für eingelagerte Möbel?
Häufig ja, im Rahmen der Außenversicherung, aber zeitlich begrenzt und mit einer Höchstsumme. Fragen Sie Ihren Versicherer vor der Einlagerung schriftlich an und lassen Sie sich die Deckung bestätigen.
Kann die Umzugsfirma die Einlagerung übernehmen?
Ja, die meisten Umzugsunternehmen bieten Zwischenlagerung im eigenen Lager an. Für kurze Zeiträume bis vier Wochen ist das meist günstiger und bequemer als Selfstorage, weil ein Ladevorgang entfällt.
Angebote mit Einlagerung
Wenn Ihr Umzug eine Zwischenlagerung braucht, geben Sie das bei der Anfrage an. Umzugsfirmen mit eigenem Lager melden sich mit einem Angebot: Angebote von Umzugsfirmen erhalten. Den Zeitplan mit Übergabe, Lagerung und Einzug legen Sie im Umzugsfahrplan fest.
Betriebe für Einlagerung und Selfstorage
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