
Ein Umzug besteht aus mehr als hundert einzelnen Aufgaben, von der Kündigung der alten Wohnung bis zur Steuererklärung im Folgejahr. Wer sie in der richtigen Reihenfolge abarbeitet, spart Geld, Nerven und Doppelmieten. Diese Umzugscheckliste gliedert den Weg in acht Stationen und nennt zu jeder die Aufgaben, die dort erledigt sein sollten. Die abhakbare Fassung mit Fortschrittsanzeige finden Sie unter /umzugscheckliste/.
8 Wochen vorher: Verträge und Termine
- Mietvertrag der alten Wohnung kündigen. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Monatsende; die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag des Monats beim Vermieter eingehen. Schriftlich mit Unterschrift, per Einwurfeinschreiben oder persönlich mit Empfangsbestätigung.
- Mietvertrag der neuen Wohnung unterschreiben und Übergabetermin klären. Prüfen Sie, ob sich alte und neue Miete überschneiden.
- Umzugstermin festlegen. Wochentage in der Monatsmitte sind günstiger als Freitag und Samstag zum Monatsende.
- Angebote von Umzugsfirmen einholen und Besichtigung vereinbaren. Drei bis fünf Angebote sind sinnvoll.
- Bei beruflich veranlasstem Umzug: Arbeitgeber informieren und nach Sonderurlaub fragen. Viele Tarifverträge sehen einen freien Tag vor.
- Budget aufstellen: Umzugsfirma, Kaution, Renovierung, Nebenkosten, Doppelmiete.
- Bestand sichten: Was kommt mit, was wird verkauft, verschenkt oder entsorgt?
6 Wochen vorher: Buchen und ausmisten
- Umzugsfirma beauftragen und schriftlichen Vertrag abschließen.
- Falls Sie selbst umziehen: Transporter reservieren (Transporter vergleichen bei Check24, Partnerlink) und Helfer verbindlich anfragen.
- Entrümpelung beginnen: Verkaufsplattformen brauchen Zeit, Sperrmülltermine bei der Kommune oft zwei bis vier Wochen Vorlauf.
- Kinderbetreuung, Kita oder Schule am neuen Wohnort anfragen; Schulwechsel mit der bisherigen Schule abstimmen.
- Bei Bedarf Einlagerung organisieren, wenn die neue Wohnung später frei wird als die alte.
- Renovierungspflichten aus dem alten Mietvertrag prüfen. Starre Fristenklauseln sind meist unwirksam, dennoch muss die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand zurückgegeben werden.
- Handwerker für die neue Wohnung anfragen: Maler, Bodenleger, Küchenmonteur, Elektriker.
4 Wochen vorher: Anträge und Verträge
- Halteverbotszone für beide Adressen beantragen. Kommunen brauchen in der Regel ein bis zwei Wochen; in Großstädten länger.
- Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einrichten, frühestens mit Wirkung zum Umzugstag.
- Strom- und Gasvertrag prüfen: mitnehmen, wechseln oder kündigen. Der Grundversorger springt am neuen Ort automatisch ein, ist aber oft teurer. Tarife vergleichen: Strom bei Check24 und Gas bei Check24 (Partnerlinks).
- Internet- und Telefonanschluss ummelden oder neu bestellen (DSL-Tarife bei Check24, Partnerlink). Anbieter benötigen zwei bis vier Wochen; bei Umzug ohne Verfügbarkeit besteht ein Sonderkündigungsrecht mit drei Monaten Frist.
- Umzugskartons kaufen oder leihen, Verpackungsmaterial besorgen: Packpapier, Luftpolsterfolie, Klebeband, Marker.
- Mit dem Packen der Dinge beginnen, die Sie in den nächsten Wochen nicht brauchen: Bücher, Saisonkleidung, Dekoration, Kellerbestände.
- Termine für Wohnungsübergaben (alt und neu) mit den Vermietern vereinbaren.
2 Wochen vorher: Packen und Adressen
- Adressänderung an Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Krankenkasse, Rentenversicherung, Finanzamt, Abonnements und Online-Händler senden. Eine Liste aller Vertragspartner hilft, nichts zu vergessen.
- Hausrat- und Haftpflichtversicherung informieren; die Hausratversicherung gilt in der Regel während des Umzugs für beide Wohnungen.
- Kfz-Versicherung informieren, wenn sich der Zulassungsbezirk ändert.
- Lebensmittelvorräte aufbrauchen, Tiefkühltruhe leeren und abtauen planen.
- Kartons systematisch packen: Raum und Inhalt außen beschriften, schwere Dinge in kleine Kartons, maximal 20 Kilogramm.
- Möbel vermessen und prüfen, ob sie durch Türen und Treppenhaus der neuen Wohnung passen.
- Stellplan für die neue Wohnung anfertigen; er spart am Umzugstag viele Rückfragen.
- Bei Bedarf Reinigung der alten Wohnung beauftragen.
1 Tag vorher: Letzte Vorbereitungen
- Kühlschrank und Gefrierschrank leeren, abtauen und trocknen.
- Waschmaschine abklemmen, Transportsicherung einsetzen, Restwasser ablassen.
- Letzte Möbel abbauen; Schrauben und Kleinteile in beschrifteten Beuteln am Möbelstück befestigen.
- Erste-Nacht-Karton packen: Bettwäsche, Handtücher, Kulturbeutel, Kleidung für zwei Tage, Ladegeräte, Werkzeug, Medikamente, Toilettenpapier, Kaffee, Wasserkocher.
- Wichtige Dokumente, Schmuck und Wertsachen getrennt verpacken und selbst transportieren.
- Halteverbotsschilder kontrollieren: Stehen sie, sind Datum und Uhrzeit korrekt?
- Umzugsfirma anrufen und Termin bestätigen; Handynummer des Vorarbeiters notieren.
- Bargeld für Trinkgelder und Getränke für die Helfer bereitlegen.
Umzugstag
- Parkplätze freihalten, Treppenhaus und Türen schützen (Kartonage, Decken).
- Vor dem Beladen mit dem Vorarbeiter durch die Wohnung gehen; bestehende Schäden an Möbeln zeigen und im Protokoll festhalten.
- Zählerstände für Strom, Gas und Wasser in beiden Wohnungen ablesen, fotografieren und notieren.
- Wohnungsübergabe alt: Protokoll mit Zählerständen, Schlüsselanzahl und Zustand unterschreiben lassen.
- In der neuen Wohnung: Stellplan aushängen, Kartons in die richtigen Räume leiten.
- Nach dem Abladen alle Möbel und Kartons auf Schäden prüfen, sichtbare Schäden sofort auf dem Lieferschein vermerken und fotografieren.
- Erste-Nacht-Karton und Werkzeug griffbereit halten.
2 Wochen nach dem Umzug: Behörden
- Beim Einwohnermeldeamt anmelden. Die Frist beträgt nach § 17 Bundesmeldegesetz zwei Wochen nach dem Einzug; Sie benötigen Personalausweis und die Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters.
- Kfz umschreiben, wenn sich der Zulassungsbezirk ändert; in vielen Kommunen ist das online möglich.
- Verdeckte Transportschäden schriftlich bei der Umzugsfirma anzeigen (Frist 14 Tage nach Ablieferung).
- Hundesteuer ummelden, Rundfunkbeitrag ummelden.
- Mit Nachbarn bekannt machen, Klingelschild und Briefkasten beschriften.
- Restliche Kartons auspacken oder an den Verleiher zurückgeben.
6 Wochen nach dem Umzug: Abschluss
- Kautionsrückzahlung der alten Wohnung prüfen. Vermieter dürfen sich eine angemessene Prüffrist nehmen, in der Regel drei bis sechs Monate; nachfragen lohnt sich nach sechs Wochen.
- Endabrechnungen von Strom, Gas und Internet für die alte Wohnung kontrollieren.
- Nachsendeauftrag beobachten: Kommt noch Post an die alte Adresse, fehlen Adressänderungen.
- Rechnungen von Umzugsfirma, Monteuren und Reinigung für die Steuererklärung ablegen. 20 Prozent der Arbeitskosten sind als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar.
- Bei beruflichem Umzug: Belege für Fahrtkosten, Maklergebühren und doppelte Miete sammeln, Umzugskostenpauschale notieren.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Umzugsplanung beginnen?
Acht Wochen vor dem Termin ist ein guter Zeitpunkt, weil dann Kündigungsfristen, Firmenbuchung und Behördenvorlauf ineinandergreifen. Wer weniger Zeit hat, sollte zuerst Kündigung, Umzugsfirma und Halteverbot erledigen; alles andere lässt sich verdichten.
Wie viele Umzugskartons brauche ich?
Als Faustregel gelten 15 bis 20 Kartons je Person, für Bücher- und Kücheninhalt entsprechend mehr. Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt meist mit 40 bis 60 Kartons aus.
Was darf ich nicht der Umzugsfirma überlassen?
Dokumente, Bargeld, Schmuck, Datenträger, Medikamente und Haustiere transportieren Sie selbst. Für Gefahrgut wie Gasflaschen, Farben und Lösungsmittel gelten Einschränkungen; fragen Sie die Firma vorher.
Weiter mit der Planung
Die interaktive Umzugscheckliste hält Ihren Fortschritt fest und lässt sich ausdrucken. Der Umzugsfahrplan ordnet die Stationen mit Terminen, und wenn Sie Ihre Umzugsfirma noch nicht gefunden haben, erhalten Sie hier Angebote von Umzugsfirmen aus Ihrer Region.
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